Liebe Fans und Nicht-Fans, ich hatte einen Albtraum der besonderen Art und möchte Euch gern, wie immer an meinen Erlebnissen, teilhaben lassen.

Was für ein Albtraum. Es war einmal in Belgien und es war einmal eine Ausstellung und heute rocke ich das Haus. Ich liege in meinem Kennel und warte auf meinen Einsatz im Ausstellungsring. „Mick komm‘, es geht los“. Das war der Aufruf für meinen Einsatz und ich strecke mich und lege dabei mein gutaussehendes Köpfchen erst einmal auf den Rand meines Kennels, um die Lage zu checken. Schwups erreicht mich auch schon meine mit Brillanten besetzte goldfarbene Ausstellungsleine, die meinen muskeldefinierten Hals erreicht. Der Reißverschluss vom Kennel Eingang summt herunter und ich beginne unter tosendem Applaus meinen Kennel zu verlassen. Majestätisch bewege ich mich in Richtung Ausstellungsring – bitte bitte erhebt Euch meine lieben Fans.

Ein holländischer Ringrichter begrüßt mich und empfängt auch den hinter mir schleichenden Wettbewerb aus Holland. Deutschland gegen Holland, zwei Rivalen im 1:1-Vergleich. Genau mein Ding.

Der Einlauf beginnt gewohnt sportlich, gepaart mit einer anmutigen Eleganz. Meinen holländischen Konkurrenten sehe ich wackelnd hinter mir herlaufen. Perfekt stehe ich vor dem holländischen Richter, das gelingt mir nicht immer – so mit der Winkelung & Co stehe ich manchmal auf Kriegsfuß, weil dieses „Dahingestelle“ für mich auch nicht natürlich ist.
Mit „sackkundigen“ Augen werde ich erstmals bewertet. Nach zwei Laufrunden finde ich wieder die perfekte Stehposition. Es geht weiter mit Prüfung meines Exterieurs durch den „fachkundigen“ holländischen Richter. Es folgte eine weitere Laufrunde, mit dem perfekt anschließenden Dreieck- und Geradeauslauf. Also alles vorzüglich.

Mein holländischer Marktbegleiter läuft wackelnd und quer gehend seine Runden. Knibbelnd an der Leine findet er vor dem Richter seinen Sitzplatz. Och, heute braucht man nicht stehen, man kann sich auch sitzend vor dem Richter positionieren. Die Prüfung seines Exterieurs bricht der Richter ab, weil mein Konkurrent heute entschieden hat, sich nicht von jedem an tätscheln zu lassen. O.K., das geht heute also auch. Weiter im Dreieck- und Geradeauslauf findet mein Kollege „akrobatische“ Einlagen für wertungsfördernd. Im Anschluss mussten wir dann nochmals zwei Runden gemeinsam laufen. Auch hier die jeweilige gleichbleibende Qualität.

OK, das läuft – für mich. Diesen 1:1-Vergleich habe ich ja eindeutig für mich entschieden. Note 6 für den Konkurrenten. Note 1 für mich.

Erwartungsgemäß stehe ich wieder perfekt im Steh und warte auf meine Platzierung. Der holländische unparteiische Richter geht auf die holländische Konkurrenz zu und platziert diesen auf Platz 1. Der holländische Richter kommt danach zu mir. Schaut mich mit seinem Basset-Blick an und flüstert: Toller Hund und es passt alles. Auf meiner Urkunde vermerkt der „fachkundige“ Richter ein Vorzüglich.

Ich wache auf und denke: Puuuuhhh, gut dass es nur ein Albtraum war. Aber da kommt mir etwas Spanisch vor. Finde ich doch beim Aufwachen diese Urkunde und auch entsprechende Videos vor. Merkwürdig– ich bin sicherlich noch in meinem Albtraum und gar nicht aufgewacht. Wird also Zeit, dass meine Zweibeiner mich wecken.

In diesem Sinne, schöne Träume.
Euer Mick