Es ist mal wieder Outback-Zeit und wir sind mit dem Einsatzfahrzeug unterwegs. Der ein oder andere vierbeinige Kollege trainiert sicherlich schon fleißig für bevorstehende Ausstellungen, dies unterstützt durch Laufbänder, Bälle, Kissen oder sonstigen Hilfsmitteln, um ihre Winkelung und ihr Standing zu trainieren. WIR gehen dann mal lieber auf Männer-Tour.

Fast angekommen begegnen wir zwei spazierenden Jägern. Wir sind heute mal nett und mein Alter sucht das Gespräch. Wir bekommen bestimmt eine Vorabansage, ob ich Jagdtrieb habe und an der Leine zu führen bin. Ich kann das auswendig runterspulen. Also der Alte hält an und fragt, ob aktuell gejagt wird? Etwas grimmig antwortet einer der beiden man wäre auf Wildschweinjagd. Der andere hält sich in seiner Konversation zurück, ich schaue ihn durch das heruntergelassene Fenster nur an und denke mir meinen Teil.

Upps…Wildschweine, nicht wirklich unsere liebsten Wegbegleiter. Nett werden wir darauf hingewiesen, wir mögen bitte beim Spazieren gehen sehr vorsichtig sein. Eine Rotte würde sich hier in nur wenigen hundert Metern bewegen. Wir fahren weiter, in unsere besondere Landungszone.

Schon beim Verlassen des Einsatzfahrzeuges in unserer Landungszone geht meine schönes Näschen nach oben und ich will … Mick!! Höre ich es schallen… Ok, verstehe, bei Fuß bleiben! Zeitsprung.

Ich stehe nun mit meinem möchte gern „Crocodile Dundee“ an einer Höhenkante. Meine Nase geht in den Wind, ein Adrenalinschub lässt meine Hinterläufe zittern und noch stehe ich neben meinem Alten, noch! Ich suche seinen Blick, denn besser ist es. Losgelaufen wird erst nach Freigabe. Er schaut kurz zu mir runter und ich höre mein Lieblingswort “Na Lauf“! Darauf habe ich gewartet und tschüss ich bin dann mal kurz weg.

Als ich den Alten nicht mehr in Reichweite sehe ertönt „Mick Fuß!“. Ok auch hier ist es besser, wenn ich dem Folge leiste. Also im Spurt wieder den Berg hoch … hoffe ich nur, der macht sich keinen Spaß daraus, mich den Berg immer hoch- und runterlaufen zulassen.

Vollkommen außer Atem stehe ich bei ihm und er beginnt mit dem Abstieg. Tolle Wurst, da hätte ich auch unten bleiben können du „Superburschi“. Also spurte ich wieder runter. Wo bleibt der alte Sack, der sich zwischenzeitlich bereits fast zweimal auf dem nassen Holz abgelegt hätte. Ich sag nix. Wir beide bewegen uns also durch das Unterholz – ich um einiges eleganter als mein Alter – und bemerken Wildschweinspuren. Die Worte der Jäger kommen mir wieder in den Sinn. Wir folgen den Spuren und finden sogenannte Wildschwein-Anschussspuren – siehe auch die Beweisbilder im Anhang – dies hat uns nach Rücksprache mein Lieblingsfachmann Ralf Schalk bestätigt.

An dem sonst so coolen Alten bemerke ich eine leichte Anspannung die sich auf mich überträgt. Ich bleibe jetzt lieber schön auf seiner Höhe, nicht dass mein alter Herr noch Dummheiten macht. Besser ist es.

Wildschweine können sehr gefährlich werden. Letztens gab es noch einen tödlichen Zwischenfall in Vorpommern. Eine Wildschweinattacke endete vor kurzem für einen 50 Jahre alten Jäger, der von einem Keiler angegriffen wurde, tödlich.  Hier zeigt sich, wie wehrhaft Wildschweine sein können.

Also werden wir mit einer sogenannten Nachsuche, dem Aufspüren und zur Strecke bringen des getroffenen Wildes, nicht beginnen sondern treten mit höchster Aufmerksamkeit und Ruhe den Rückzug an, ohne Wildschweine gesehen zu haben. Besser ist es.

Ach und seid vorsichtig mit der Pseudowut. Hier auch ein Link zu einem interessanten Artikel:
https://www.jaegermagazin.de/…/jagd…/aujeszkysche-krankheit/

Trotzdem war es ein cooler Tag. Gemeinsam mit meinem Herrchen spannende Momente erleben sind einfach unbeschreiblich und schweißt uns eng zusammen. Der eine oder andere mag jetzt denken ganz schön grenzwertig die zwei Spinner…. mag sein, die Gefahr aktuell Wildschweinen zu begegnen kann auch jederzeit auf offenem Feld passieren. Trotzdem Obacht beim Spaziergang!

Euer Mick.